Sie sind nicht angemeldet.

Magister Verbae

Analogphilosoph

  • »Magister Verbae« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 263

Registrierungsdatum: 12. November 2012

Wohnort: Hünfelden (Nähe Limburg a.d. Lahn)

  • Nachricht senden

1

Samstag, 5. März 2016, 20:10

Nocte Obducta - Umbriel (Das Schweigen zwischen den Sternen)

Hallo, Freunde. Wieder einmal möchte der Mensch mit dem komischen Musikgeschmack und dem Hang zum Querdenken sich hier zum Wort melden.

Heute möchte ich euch das Album Umbriel (Das Schweigen zwischen den Sternen) der Mainzer Formation Nocte Obducta nahelegen, die ich ja bereits hier erwähnt habe. Ganz vorab erwähnt - wer mit eher sperrigen, aber trotzdem irgendwie seltsam eingängigen Kompositionen (als Beispiel sei The Dark Side of the Moon genannt) nichts anfangen kann, der sollte nicht unbedingt weiterlesen.

Zur Geschichte der Mainzer Band habe ich ja an anderer Stelle bereits kurz ein paar Sätze verloren. Nie wirklich einem Stil verhaftet, sich stetig neu ausprobierend, lange Zeit von der Bildfläche verschwunden und dann doch wieder wie ein Phönix aus der Glut aufgestiegen... all das ist Teil dieser Band.
Aber es soll hier ja vorrangig um das Schaffen auf vorliegendem Album gehen. Nun denn, seid ihr bereit?

Umbriel ist ein seltsam anzusehender, teils hässlicher, teils sehr schöner Bastard aus vielerlei Stilelementen. 70er Jahre Bombastrock (wir erinnern uns an Pink Floyd), roher Black Metal und allerlei anderes ist im Topf gelandet, gut umgerührt und zu einem meiner Meinung nach leckeren Gericht geworden.
Stilistisch entfernt man sich wieder vom Vorgängeralbum Verdernbnis - Der Schnitter kratzt an jeder Tür, das sowohl in der Erscheinung, als auch vom Inhalt her sehr schwarz(-metallisch) war. Das Coverartwork von Umbriel hingegen - Umbriel ist meines Wissens nach übrigens der dunkelste der Uranusmonde - ist sehr weiß und hell - dabei aber nicht unbedingt freundlich. Ungefähr beschreibt dies auch die musikalische Ausrichtung des Albums. Wir fühlen uns in eine sehr kalte, sterile, abweisende und einfarbige Welt versetzt, gleichzeitig wirkt das Geschehen aber auch seltsam einlullend, melancholisch und träumerisch anziehend.
Der Pathos, aber auch die leisen, wie Wassernixen lockenden Töne kommen auf dem Album nicht zu kurz. Mal hören wir dichte Klangwelten, die an Krautrock und 70er Progrock erinnern, mal wird uns der Knüppel erbarmungslos ins Gesicht geschlagen.

Für mich eine Erfahrung, auf die einzelnen Tracks möchte ich erst mal nicht eingehen, empfehle das Album aber jedem Musikhörer mit einem Faible für vertrackte Progalben, die aber auch zwischendurch aufblitzenden metallischen Passagen nicht abgeneigt sind. Kein großes Meisterwerk, aber doch sehr, sehr gut.

Klangtechnisch habe ich das Gefühl einer Schwankung. Manche Tracks sind sehr fett und gut produziert, andere scheinen eher räudig und schlammig. Aber irgendwie passt das sehr gut zu dem sich ja auch ständig ändernden, aber trotzdem einem roten Faden folgenden musikalischen Aufbau dieses Albums.

So, vorerst soll es das gewesen sein ;) Wie immer würde ich mich über Rückmeldungen egal welcher Färbung sehr freuen.

Liebe Grüße

Martin
"Neue Ohren für neue Musik. Neue Augen für das Fernste. Ein neues Gewissen für bisher stumm gebliebene Wahrheiten." - Nietzsche

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Ste (09.03.2016)

TESLAMATEUR

FIELD-COIL - AERONAUT

Beiträge: 1 361

Registrierungsdatum: 9. August 2012

Wohnort: Elztaler / ODW

  • Nachricht senden

2

Montag, 7. März 2016, 00:26

Naja Martin ,

für mich hört sichs ( You tube Hör-Möglichkeiten) so nach
" kann & will viel " an.

( fast) keine Linie ,düsteres , willenloses , Nachahmungsgedresche...

Germany: wenig Points....

my 2cents..wie immer Geschmacksfrage!



Markus
Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.

Magister Verbae

Analogphilosoph

  • »Magister Verbae« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 263

Registrierungsdatum: 12. November 2012

Wohnort: Hünfelden (Nähe Limburg a.d. Lahn)

  • Nachricht senden

3

Montag, 7. März 2016, 01:22

Hallo, Markus.

Eine Sache, die der Band schon öfters angekreidet wurde, waren ihre für manche Leute pseudointelligent wirkende Texte. Wenn man mit der "Szene", auf die sich Nocte Obducta gerne mit einem Teil Spott und einem Teil Humor beziehen, mag dies auch durchaus so wirken.
Ich persönlich würde jetzt auch nicht sagen, dass dies der Weisheit letzter Schluss ist, dafür haben andere Gruppierungen, die im weitesten Sinne vergleichenbare Musik machen tatsächlich noch mehr Konzept und Hirnschmalz in ihren Texten, dennoch reizt mich die Poesie und der spielerische Umgang mit der Sprache, sowie die Einbettung in den musikalischen Kontext bei NO doch.
Natürlich muss einem das liegen, es kann einem ja schließlich nicht alles gefallen - und ich freue mich über deine ehrliche Meinung und dass du dich mit der Musik auseinandergesetzt hast. Vielen Dank dafür!

Liebe Grüße, Martin.
"Neue Ohren für neue Musik. Neue Augen für das Fernste. Ein neues Gewissen für bisher stumm gebliebene Wahrheiten." - Nietzsche

TESLAMATEUR

FIELD-COIL - AERONAUT

Beiträge: 1 361

Registrierungsdatum: 9. August 2012

Wohnort: Elztaler / ODW

  • Nachricht senden

4

Montag, 7. März 2016, 10:38

Moin Martin ,

ja,ja die Texte ? Passend wäre hintereinander folgende " Wort Salven " , mit ein bischen Odin hier und ein bischen Wotan dort .
Erinnert mich eher an ein sinnloses , dunkles Weltuntergangs " Gebrülle ".
In den Videos läuft ja teilweise der Text als Untertitel mit - weil man es nicht versteht bzw.verstehen kann.

Ok , kenne sowas schon von Motörhead ( das man nichts versteht ) - da hatte es ja Kult - zumindest zu meiner Strolchzeit.

Das was du Einbettung nennst , sorry genau das find ich gerade nicht so doll gelungen , teilw. gut anhörbare Klampfenriffs werden von dem Gebrülle regelrecht zerschnitten. Soll wohl so sein.


Als " Gesamtkonzept" ists mir zu arg - ein NOgo :D



Wünsche viel Hörfreude ! Dir solls ja gefallen.

Gruß

Markus
Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.

Beiträge: 73

Registrierungsdatum: 6. August 2015

Wohnort: Schweiz, Arni AG

  • Nachricht senden

5

Montag, 7. März 2016, 13:40

Hallo Martin

Durch die Kritik von Markus bin ich dann doch auch neugierig geworden und habe mich in das ein un auch das andere Stück hineingehört. Die stillen Passagen gefallen mir eigentlich sehr gut, bin ich doch ein Fan von Pink Floyd und auch Alan Parsons, aber an die kommen die Stücke nur zum Teil heran. Just in dem Augenblick, wo ich Bilder Sehe und mich in die Musik fallen lassen, so holen mich die Gesangspassagen dann doch wieder auf den Teppich runter. Wie gerne wäre ich weiter geflogen...

- Kerkerwelten, Und Pan spielt die Flöte... auch hier viele interessante Stellen, aber die Textdarstellung, die tatsächlich ohne Untertitel nicht zu verstehen ist, ist doch sehr gewöhnungsbedürftig und nicht mein Fall.

Lieber Martin, Sehr interessante Vorstellung, definitiv keine Alltagskost und ich freue mich über die nächste.
Deine Art zu schreiben ist abwechslungsreich, in die Tiefe gehend und auch nicht Alltagsgeplapper... ;)

Das gefällt mir gut und ich freue mich über deinen nächsten Beitrag, gerne auch aus einem anderen Genre.

Danke und Gruss

Arend

TESLAMATEUR

FIELD-COIL - AERONAUT

Beiträge: 1 361

Registrierungsdatum: 9. August 2012

Wohnort: Elztaler / ODW

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 8. März 2016, 01:07

GENAU - Martin !
Das gefällt mir gut und ich freue mich über deinen nächsten Beitrag, gerne auch aus einem anderen Genre.

Im Sinne von Arend -weitermachen.


Bonne Nuit

Markus
Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.

Magister Verbae

Analogphilosoph

  • »Magister Verbae« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 263

Registrierungsdatum: 12. November 2012

Wohnort: Hünfelden (Nähe Limburg a.d. Lahn)

  • Nachricht senden

7

Sonntag, 27. März 2016, 03:18

Hallo, Freunde!

Ja, reichlich spät, meine Antwort, ich weiß. Das tut mir auch ausgesprochen leid, aber aus gravierenden, persönlichen Gründen musste ich einige Zeit den ganzen Foren fern bleiben und es blieb auch wenig Zeit, mich meinen Datenträgern (seien das nun Schallplatten oder Silberlinge) in hinreichend guter Form zu widmen.
Vielen Dank für eure Antworten und dem Versuch, in diese doch recht eigenwillige Musik hineinzuhören.
Ich werde sicher demnächst noch ein paar Platten vorstellen, zwei oder drei habe ich schon genauer ins Auge gefasst.
Ein paar davon sind auch eher dem Metalgenre zuzuordnen :heul Allerdings habe ich auch welche im Angebot, die etwas "massenkompatibler" sind, die ich sicherlich auch noch kurz vorstellen werde.


In dem Sinne: Auf bald, euer Martin.
"Neue Ohren für neue Musik. Neue Augen für das Fernste. Ein neues Gewissen für bisher stumm gebliebene Wahrheiten." - Nietzsche

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Ste (28.03.2016)

Thema bewerten