Wie bringe ich meinen Raum zum besseren Klang?

      Wie bringe ich meinen Raum zum besseren Klang?

      Guten Morgen,

      ausgehend von anderen Threads, hier also ein neuer Thread zum Thema Raumakustik.

      Damit es nicht wieder entgleist, kreise ich den Zweck dieses Threads sehr genau ein.

      Vorannahme:
      - Wir versuchen zuerst einen gut klingenden Raum zu schaffen, um der Anlage ein gutes Umfeld zu bieten.
      (wer nicht dieser Meinung ist und das diskutieren will, kann einen eigenen Thread mit entsprechendem Thema öffnen)

      Was kann/sollte bitte in diesem Thread vorkommen:

      - Beschreibungen, was Ihr warum unternommen habt.
      - Was hat genützt?
      - Welche Materialien für welchen Zweck?
      - Welcher Verbesserungswunsch wurde wie angegangen?
      - Was kostet sowas?

      Keinen PLatz sollte hier folgendes finden:

      - Die Diskussion, ob es überhaupt sinnvoll ist, einen Raum zu bearbeiten.
      - Die Diskussion, ob die Zuhilfenahme oder Vermeidung von Lautsprechern, Verstärkern, Kabeln etc. eines bestimmten Herstellers sich auf die Raumproblematik auswirken.

      Idealerweise könnte dieser Thread so zu einem Erfahrungsspeicher werden, an dem sich diejenigen bedienen können, die etwas an ihrem Raum verbessern möchte, allerdings noch nicht wissen wie.

      Ich freue mich auf einen produktiven Austausch.
      Beste Grüße,
      Stefan

      PS: Ja, ich schreibe auch über Hifi und Musik. Und ich mache beruflich Musik. Hier bin ich allerdings ausschließlich privat unterwegs!!!
      Ich mache mal den Anfang:

      In meinem Raum gab es eine augeprägte Spitze bei 50Hz und seinen ersten Vielfachen.
      Als schnelle Maßnahme habe ich einen Helmholtzresonator gebaut, um hier ganz gezielt einzugreifen.
      Hier gibt es einen Rechner, mit dem man die für den Bau erforderlichen Daten schnell errechnen kann.

      Gebaut habe ich aus 19mm weiß beschichtetem Pressspan, die Kiste ist jetzt 2m hoch und nur 15cm flach, steht in einer Raumecke hinter der zusammengeschobenen Gardine. Somit sind 100L Kisteninhalt schön versteckt.

      Und wirsam ist das Ganze auch noch: Klavierläufe in den unteren Oktaven sind signifikant klarer, Tonanfänge in diesem Bereich deutlich klarer definiert.
      Aufwand: € 17,-, zwei Stunden kleben und schrauben.
      Beste Grüße,
      Stefan

      PS: Ja, ich schreibe auch über Hifi und Musik. Und ich mache beruflich Musik. Hier bin ich allerdings ausschließlich privat unterwegs!!!
      Ja, ich glaube, die Kiste habe ich shcon mal abgebildet.

      Rein messtechnisch hat es den Vorteil gebracht, dass die Nachhallzeit rund um diese Freuquenz um 0,4sec verkürzt wurde.
      Das hatte dann für das Musikhören den oben beschriebenen Effekt. Kann ich sehr empfehlen.

      Vielleicht könnte man so eine Kiste in hübsch auch als Sideboard tarnen.
      Beste Grüße,
      Stefan

      PS: Ja, ich schreibe auch über Hifi und Musik. Und ich mache beruflich Musik. Hier bin ich allerdings ausschließlich privat unterwegs!!!
      Ja, das ist ein 2D Schröder Diffusor.
      Ich habe gerade einen 1D Diffusor gebaut.
      Der streut aber nur und kann keine Nachhallzeiten verringern.

      Den Helmhotzresonator habe ich schon vor einer Weile gebaut, aber wohl doch kein Bild eingestellt. Hole ich bald nach!
      Beste Grüße,
      Stefan

      PS: Ja, ich schreibe auch über Hifi und Musik. Und ich mache beruflich Musik. Hier bin ich allerdings ausschließlich privat unterwegs!!!
      Hier der Diffusor. Bis jetzt erst grundiert und noch ohne Sockel. Und nicht mit meinen Lautsprechern.


      Und hier der Helmholtzresonator. Mal ohne Gardine und noch mit unbearbeiteten Schnittkanten.
      Beste Grüße,
      Stefan

      PS: Ja, ich schreibe auch über Hifi und Musik. Und ich mache beruflich Musik. Hier bin ich allerdings ausschließlich privat unterwegs!!!

      Hans-J. schrieb:

      Habe ich in "Mein Hörraum" schon verlinkt:
      Hallo Hans-J.

      sehr schön, auch die Preise bewegen sich im normalen Bereich.

      Wie bereits Stefan, würde mich auch interessieren welche Erfahrungen
      Du damit gemacht hast. Weiterhin welche Elemente verwendest Du bei
      Deinem System?

      Wenn ich es recht erinnere, ist Deine Anlage in einer normalen Wohnung
      aufgebaut, somit dürften die Möglichkeiten zur Optimierung auch gewissen
      Einschränkungen unterliegen.


      Viele Grüße
      Reinhard
      Moin,

      ich wohne in einer typischen Altbauwohnung mit einem Doppelraum und breitem Durchgang. Auf der einen Seite vom Durchgang steht mein Plattenregal auf der anderen Seite war nur ein alter Katheter mit passendem Holzstuhl und sonst nichts. Mit zwei Wechselrahmen und einer Bestückung mit jeweils einem Absorber und einem Diffusor habe ich die Akustik einigermaßen in Balance bekommen. Hinter den Lautsprecher nutze ich je zwei Fast Audio Kantenabsorber, so dass insgesamt in meinem „Maschinenraum“ die Nachhallzeit recht niedrig ist. Diese Hofa Wechselrahmen Module sind gut verarbeitet und auch optisch eine Alternative zu „Wandmatratzen“.

      Grüße

      Hans-Jörg
      Moinsen,

      beim Bedarf nach flacher Bauform und trotzdem signifikanter Absorption im Tieftonbereich kann ich diese Plattenabsorber empfehlen:

      thomann.de/de/the_takustik_sa_2_ras_low_freq_sil_b_stock.htm

      Ich habe damit in verschiedenen Räumen (aktuell 8 Stk, allerdings die alte Bauform mit Metallrahmen), zumeist flach an der Wand hinter den Lsp. gute Erfahrungen gemacht. Bei den Dingern ist das Gute, dass man den HT und MT nicht signifikant mit bedämpft, da die Teile eine harte Oberfläche besitzen. Man kann dann imho leichter mit MT oder HT Absorbern/Diffusoren den Rest angehen. Außerdem verschwinden die bei Bedarf hinter einem Vorhang o.Ä. Das ganze kombiniere ich in meinem jetzigen Raum (40 m2 Altbau) mit weiteren Eck- und flachen Fast-Absorbern.

      Als einfache und gute Lösung empfinde ich, Überhöhungen und Auslöschungen mit einer Messton-CD anzuregen und diese dann mit gezielter Absorberaufstellung zu nivellieren.

      Gruß

      Ron

      StefanG schrieb:

      Ja, die Module sehen sehr gut aus.
      Wurden bei Dir auch noch Messungen zur Anpassung gemacht?


      Hallo Stefan,

      nein, Messungen sind nicht gemacht worden. Ich habe meine Raumakustik simuliert, danach bei Fast Audio zunächst die Kantenabsorber geordert, gehört, die Raumausstattung danach verändert (Vorhänge, Teppiche etc.), wieder gehört, Gerätesetup verändert, wieder gehört usw. Ich bin da also empirisch vorgegangen unter Berücksichtigung der Simulation. Dazu kamen noch Eindrücke aus Konzerten und Vorführungen. Beim ehemaligen Hifi Studio Born in Delmenhorst z.B. wurde in einem Zimmer eines Gründerzeit Hauses eine beeindruckende Akustik geschaffen. Leider sind Michael Born, bei ihm habe ich meine Shindo Verstärkerkombi vor 17 Jahren erworben, und seine Frau, Andrea Plötner (bei ihr war es meine Nouvelle Platine Verdier), in jungen Jahren viel zu früh verstorben, so dass man es nicht mehr nachvollziehen kann. Schon beim betreten hatte man einen akustischen Eindruck, den man eigentlich sonst nur von einem guten Konzertsaal kennt.

      Grüße

      Hans-Jörg

      Hallo Stefan die Möblierung kann auch helfen / oder elektronische Bassfallen

      Stefan, dein Helmholz Resonator sieht ja richtig "elegant" aus - zumindest so diskret wie das halt bei der Grösse möglich ist. Ist Dir wirklich gut gelungen. Was hast Du für Material drin um zu dämpfen?

      Ich habe bei mir eine kleine Bassüberhöhung bei ca. 43 Hz....
      Wenn ich den Wänden entlang ging hörte man v.a. in den Raumecken eine deutliche Verstärkung der Basstöne in dem Bereich. Dort wo ich den Eindruck hatte es sei am stärksten habe ich einen grossen Polstersessel in die Ecke gestellt. Das hat die Basswiedergabe wirklich verbessert. Ebenso ist es gut wenn ich in dem - recht kleinen Raum - die Tür zum Nachbarzimmer offen lasse - dann klingt es auch besser.
      Für die sonst schwierigen Bassproblemen bietet sich auch eine elektronische Lösung an, welche mir von meinem Akusiker empfohlen wurde.
      INFOS HIER
      Der Akustiker ist sonst eher für konventionelle Massnahmen. Allerdings habe ich so eine "Bassfalle" bei einem Kollegen im HiFi Studio gehört, wo er eine ganz blöde Resonanz bei ca. 36 Hz hatte die einfach nicht zu beseitigen war. Er hat dann eine solche Bassfalle eingesetzt und das Problem war behoben. Die Bassfalle hat den Vorteil, dass sie flexibel ist und bei sich ändernden Verhältnissen oder einem Umzug an die neuen Gegebenheiten angepasst werden kann. Der Effekt kann in Echtzeit gezeigt werden - das Gerät kann während dem Hören ein und ausgeschaltet werden. Nachteil - es ist nicht ganz billig und wirkt nur in einem recht schmalen Frequenzbereich.

      Mit Möbelrücken und Teppich oder Vorhänge verschieben kann man wirklich auch einiges erreichen und das ist meistens kostengünstig oder die Dinge sind im Hause. Ich bin immer dafür, erst die Dinge auszuprobieren die nicht viel kosten - optimieren kann man immer noch.
      Der Link zu der Hofa Seite ist interessant. Ev. müsste ich mal so einen Akustik Vorhang probieren. Da könnte ich mich noch ein wenig Verbessern.
      Danke erstma für den Tipp.
      Liebe Grüsse Peter
      "Menschen sind wie Schallplatten: nur gut aufgelegt kommen sie über die Runden." Ursula Herking
      Hallo,

      allgemein zur Wirkung von Tieftonabsorbern..glätten läßt sich mancher Buckel schon, Allheilmittel sind sie nicht. Bei ausgeprägter Grundresonanz - d.h. TT-Moden überlagern sich in einem Frequenzbereich 3-fach - hat man sehr schlechte Karten. In einem meiner Räume ist das das bei ca. 75 Hz der Fall gewesen, das ließ sich nicht hinbekommen. Helmholtzkisten, Re/Deflektoren, massive Dämpfung mit Stein oder Holzwolle(weiß nicht mehr genau)über die komplette Wand hinter den LS, mit Möbeln und Schallplatten vollgepackt und auch wieder raus dann, sogar den Fußboden rausgemacht und Kantholzgerippe verlegt, 10cm Blähton bzw Liapor dazwischen...blieb alles wirkungslos.. ;(

      Und wo Berge, sind auch Täler. Einbrüche im Grundtonbereich lassen sich - wenn überhaupt - nur durch bauliche Maßnahmen beseitigen. Wenns da nicht passt, ists mit ausgewogener, harmonischer Musikwiedergabe Essig.
      Gruß
      Hartmut



      I really believe that great hi-fi should sound like the best radio you ever heard
      ..
      (V. Gallo)
      Das Thema Raumproblem kenne ich auch nur zu gut.
      Mit den neuen Lautsprechern (Altec A5 VOTT) bekam ich einfach keinen guten Klang zustande, immer hatte ich eine Dröhnneigung in den unteren Mitten und Überhöhungen im Oberbass. Ich probierte viele (zu viele) verschiedene Dinge aus, testete 3 verschiedene Gehäusematerialien, aber nichts half wirklich.
      Dann räumte ich das Zimmer aus und stellte ich die Lautsprecher an die lange Wand. Dies war der wirkliche Durchbruch und bildete die Grundlage mit Resonatoren und dem vorher schon genannten Basotect weiter zu experimentieren.

      glowpop schrieb:

      ...................., sogar den Fußboden rausgemacht und Kantholzgerippe verlegt, 10cm Blähton bzw Liapor dazwischen...blieb alles wirkungslos.. ;(

      Und wo Berge, sind auch Täler. Einbrüche im Grundtonbereich lassen sich - wenn überhaupt - nur durch bauliche Maßnahmen beseitigen. Wenns da nicht passt, ists mit ausgewogener, harmonischer Musikwiedergabe Essig.
      Mann Hartmut,
      das klingt ja echt mühsam.... Aber es kann schon extrem nerven wenn's irgendwo so dröhnt und macht X( ....
      Aber da hast Du Dich ja mächtig ins Zeug gelegt und nichts unversucht gelassen.
      Hast Du keine solchen "Bassfallen" Probiert? Allerdings ist das wirklich ein Problem mit den Bergen und Tälern (wer wüsste das besser als ein Schweizer ;) ). Die kann man ja dann nicht alle mit so einem Ding behandeln, sonst verbiegen sie sich wieder gegenseitig.
      Wie hast Du das Problem den schlussendlich gelöst? Einfach eine Stange Dynamit und neu gebaut oder was 8) ...
      Neugierige Grüsse Peter
      "Menschen sind wie Schallplatten: nur gut aufgelegt kommen sie über die Runden." Ursula Herking
      Hallo Peter,

      Bass-traps waren das erste, nachdem ein Akustiker(mit viel Kinoakustik-Erfahrung) gemessen und gerechnet hatte. Ist alles schon über 20 Jahre her, ich weiß noch, beim Grieg-Klavierkonzert, der vehemente Orchester-Einsatz ganz am Anfang...statt 'wummss' war 'wwwuuuuuuuummmmmmmsssssssssss', dauerte gefühlt etwa 3 Sekunden.
      Ein wenig ließ sich der Buckel absenken, von ausgewogener Dynamik konnte man aber nicht sprechen. Hab den Raum irgendwann aufgegeben. Manche Räume gehen einfach nicht und lassen sich auch nicht hinbiegen.

      Später hab ich dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht:
      Gruß
      Hartmut



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      (V. Gallo)