45 Amp

      Hallo,

      im 2A3 Thread hatte ich ja schon angedroht ;), dass ich meinem neuen 45 Amp einen Thread gönnen möchte. Hier ist er......

      Für den Rahmen habe ich wie üblich ostindisches Palisander-Furnier verwendet. Da ich den Rahmen diesmal dunkler haben wollte, wurde das Furnier in Mahagoni gebeizt und anschließend gewachst. Die schwarzen Tube Shock Proof Plates bekamen zudem einen Kupferlack spendiert. Optisch finde ich das Zusammenspiel von dunklem Holz, Alu und Kupfer sehr gelungen. Die Arbeit die Aluplatte wie beim 2A3 Amp wieder selber zu bohren, habe ich meinem Bruder und mir diesmal erspart (zumindest fast) und stattdessen eine 3 mm starke eloxierte Aluplatte (Natur) bei Schaeffer geordert. Die Arbeit mit dem CAD Programm der Firma Schaeffer war zunächst ungewohnt, ließ sich aber letztendlich bewältigen. Um dem Ganzen einen professionellen Touch zu verleihen, wurde der Aluplatte auch noch ein Schriftzug spendiert. Die Trafohauben (für die James-Übertrager und den Müller Rondo Netztrafo) habe ich über einen chinesischen Anbieter bezogen. Beim Aufbau fiel auf, dass die RFT Motor-Caps im Verhältnis zu den Trafohauben viel zu hoch waren (optischer Gau sozusagen) und deshalb einer brutalen Aktion meines Bruders zum Opfer fielen. Die hohen weißen Abdeckkappen der Motor-Caps (siehe Bild 1) wurden kurzerhand entsorgt und durch viel niedrigere selbstgefertigte Kappen ersetzt. Das sehr starre Kabel der Caps wurde ebenfalls durch flexibleres Kabel ersetzt. Optisch bin ich mit der Lösung immer noch nicht einverstanden. Ich werde wohl nicht umhin kommen eine Lochblechhaube anzufertigen. Momentaner Stand der Röhrenbestückung: 26 Treiberröhre/45 Endröhre/AZ12 Gleichrichter

      Anbei erste Fotos









      Mit den Lötarbeiten geht es dann nächste Woche los.

      Gruß
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.
      So, die Ziellinie wird langsam sichtbar. Der zeitliche Rahmen hat sich allerdings nach hinten verschoben, weil die "26" Treiberröhre sehr brummanfällig ist und es einiges an Aufwand bedarf die Zicke in den Griff zu bekommen. Kann man hier auch nachlesen:

      vt52.com/diy/myprojects/amps/26_lc/26lc.htm

      Das Problem scheint aber gelöst zu sein. Anbei der momentane Stand


      Ringkerntrafo für Treiberröhren in Johurtbecher


      Rinkerntrafo in Joghurtbecher vergossen



      Ringkerntrafo für Treiberröhren und Siebdrossel


      vorläufiger Stand Innenansicht

      Gruß
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.
      Hallo Kay,

      ein vorhandener Ringkern mit entfernten alten Sekundären wurde nochmals genau ausgemessen und dann mit den passenden Sekundären aus Teflonleitung bewickelt. In einem maßgenauen Yoghurtbesser wurde der Ringkerntrafo vergossen (die wärmeleitfähige Vergussmasse heißt WEPURAN VU 4457-31). In der Mitte ist eine Hülse zum späteren Befestigen mittels Zentralschraube. Das kleine Glas in der Mitte verhindert das Aufschwimmen der Hülse in der Vergussmasse (siehe Bild). Der verwendete Trafo erzeugt nach Gleichrichtung und Siebung 1,500 Volt zur Speisung der Vorröhren.

      Gruß
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.
      Hallo Bernd,

      richtig, der Amp hat keinen Kathodenkondensator.

      Der verwendete Netztrafo hat eine 50 Volt Wicklung zur Erzeugung einer negativen Gitterspannung. Damit braucht man in der Kathodenleitung der Endröhren keinen größeren Widerstand, um das Gitter entsprechend dem Ruhestrom vorzuspannen. Mit dieser Variante steht gleichzeitig auch mehr von der Steuerspannung zur Verfügung und dies bedeutet: mehr Ausgangsleistung. Klanglich ist dies grundsätzlich besser, weil der nötige 45er-Katodenkondensator entfällt. Dieser liegt im Signalweg und könnte sich evtl. störend bemerkbar machen. Dennoch ist dies gängige Schaltungstechnik und wird manchmal wegen des erhöhten Aufwandes für Fix-BIAS eingesetzt.

      Gruß
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.
      So, heute ging es dann nach einigen Messungen ans erste Hören.
      Gemessener Frequenzgang: 16Hz - 44,5KHz -3dB und immerhin stolze 1,8 W an 8 Ohm.
      Diese 1,8 W haben es aber durchaus in sich. An meinen alten Schallwänden mit 12er Alnico Tone Tubbys und ESS AMT1 HMT ging echt die Sonne auf. Klang zu beschreiben ist immer so eine Sache aber ich versuche es dennoch einmal. Perlend, klar und eine Zartheit im Ton die schon großartig ist. Überraschend für mich ist diese federnde Leichtigkeit im Bass. Man käme nie auf den Gedanken, dass man es hier mit einem 1,8 W Amp zu tun hat. Gleich werden die 45er mal an die Klipsch meines Bruders und morgen an meine Vintage Grundigs und an die AER MKI gehangen. Es bleibt spannend.

      Gruß
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.
      Hallo Mike,

      wirklich aussergewöhnlich Deine Röhre. :thumbsup: :thumbsup:
      Kannst Du die Materialkosten beziffern. Denn, es würde mich schon reizen, eine Röhre zur bauen.
      Ich würde es aber wohl erst mit einen Einsteigermodell versuchen.
      Vielleicht hast Du da ein paar Tipps für Einsteiger??
      Ok eine Transe habe ich schon mal gebaut. Ist aber schon etwas her.

      Gruß
      hifiharp
      @hifiharp

      Hallo,

      sollte der angedachte Röhrenamp für deine OLK sein, würde ich dir letztendlich nicht zum 45 Amp raten. Ich denke die 2A3 hat mit ihren 4,2W doch ein wenig mehr Leistungsreserven und dürfte die bessere Wahl für deine OLK sein. Mit den Materialkosten ist das so eine Sache. Es kommt natürlich immer darauf an was du bereit bist zu investieren. Ein guter Ausgangsübertrager ist Pflicht. Für deine OLK könnte ich mir gut die Übertrager von Electra Print vorstellen. Auch Reinhöfer Übertrager gibt es wohl weiterhin. Falls du Glück hast kannst du auch noch für kleines Geld Übertrager von Trafo Baule bekommen. Die habe ich in der 2A3 im Einsatz und die sind richtig gut. Der James ÜT 6123 wäre sicherlich auch eine gute Wahl. Man könnte da noch viele nennen. Bei den Netzrafos mache ich es kurz. Ich kaufe die bei Müller Rondo und die sind klasse. Professionelle schnelle Abwicklung und preislich zudem attraktiv (50-65 €). Günstige Siebdrosseln bekommst du bei TBT. Auch über die kann ich nichts negatives berichten. Falls dir das Design meiner Amps zusagt, könnte ich dir meine mit dem Frontplattnedesigner entworfene PDF Datei zukommen lassen. So könntest du dir die Aluplatte incl. Schriftzug (falls gewünscht) über Schaeffer AG Berlin anfertigen lassen. Trafohauben, Röhrenfassungen etc. gibt es in guter und günstiger Qualität bei einem chinesischen Anbieter. Da habe ich bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht.

      Gruß
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.
      Hallo Bernd,

      kann man natürlich machen, muss man aber nicht. Man müßte ansonsten auch zwei Gleichrichterröhren (je Kanal eine ) verwenden und natürlich auch die Hochspannungswicklung und die Heizwicklung der Gleichrichterröhre erweitern. Ob das klangliche Vorteile bringt sei dahingestellt.

      Wie würdest du denn die Entkopplung realisieren (2 Drosseln, Siebkette etc...)?

      Gruss
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.
      Hallo Mike,

      wieso zwei Gleichrichterröhren? Ab einem gewissen Siebpunkt Deines Netzteils trennst Du die gemeinsame Leitung einfach in zwei RC bzw. LC Glieder für jeweils rechts und links auf, wobei LC sicher eine bessere Trennung liefert. An diesem Dreieckspunkt führst Du zusätzlich einen Widerstand zur Masse. Davon gibt es denke ich genug Beispiele im Netz, wo das so gemacht wird. Und was heisst hier klangliche Vor- bzw. Nachteile, so wie es den Schaltplan sehe fehlt am Verzweigungspunkt an Kondensator nach Masse, der den AC Kurzschluss verhindern würde. Mag sein, dass ich aber auch was übersehen habe. Aber es fehlt ein Pendant zu C5 für die Endröhren, wenn Du es einfach halten willst.

      VG!
      Bernd
      Hallo Bernd,

      du tendierst also dazu zwei Drosseln mit den dazu gehörigen Kondensatoren einzubauen. Kann man natürlich machen. Vielleicht wird das auch irgendwann nochmal umgesetzt. Für Vorschläge bin ich ja immer offen. Solange höre ich zufrieden Musik mit meinem 45er Amp. Momentan steht der Aufbau des neuen Pre Amps incl. Integration des DSP Moduls im Pre Amp im Vordergrund. Der gerade furnierte Ripol sollte auch noch gebeizt werden und eine trichterförmige Schallwand am liebsten mit einem Rullit-Treiber, muss auch noch gebaut werden. Was ich nämlich auf dem wunderbaren Odenwald-Treffen mit ausnahmslos netten Zeitgenossen habe hören dürfen, hat mich in den "Habenwollen" Modus versetzt.

      Gruß
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.
      Hallo Mike,

      Du machst ja so viele Projekte gleichzeitig, dass einem Schwindelig werden kann ;)

      LC hat halt eine bessere Dämpfung und weniger RDC. Somit verlierst Du weniger Anodenspannung. Die einfachst lösung wäre doch der Kondensator am Verzweigungspunkt, um Änderungen zu testen.

      Die Rullits scheinen sich ja hier durchzusetzen. Das darf nur Brüssel nicht erfahren, dass mehr und mehr auch noch Energie für den Aufbau eines besonders "reinen" Magnetfeldes verpulvern. Sonst ist es aus mit feldbespult :S

      VG!
      Bernd

      docali schrieb:

      Du machst ja so viele Projekte gleichzeitig, dass einem Schwindelig werden kann ;)
      Ich hoffe auch das es danach weitaus ruhiger weiter geht. Ok eine Sache reizt dann doch noch. Auf dem Odenwald-Treffen haben mir Andrejs Staltmanis und einige weitere Teilnehmer eine Russen RIAA wärmstens ans Herz gelegt. Andrejs hat mir das Teilchen dann auf den Westdeutschen Hifi-Tagen kurz über sein geiles Laufwerk vorgespielt. Das muss ich glaube ich auch noch haben :D

      Die Rullits die mich in ihren Bann gezogen haben sind übrigens Alnicos.

      Gruß
      Mike
      Von den leichten französischen Landweinen ist mir Cognac am liebsten.