Was für Fieldcoils sind das? Und was kann ich mit denen sinnvoll machen?

      Was für Fieldcoils sind das? Und was kann ich mit denen sinnvoll machen?

      Herzliche Grüße in die Runde, ich hab mich grade hier im Forum angemeldet, weil ich beim Googeln über ein Paar Fieldcoil Speaker, die ein Freund zusammen mit einem Siemens Triodenverstärker aus den 1930ern bei mir vorbeigebracht hat, über den Fieldcoil-Thread hier "gestolpert" bin...

      Die Konstruktion und der Gleichrichter sehen nach Körting "Maximus" aus, auf den eigentlichen Speakern ist hinten aber "Siemens" aufgedruckt, der Korbdurchmesser beträgt knapp 30 cm... Ich habe die Chassis behutsam und provisorisch mit RGN 2004 Gleichrichterröhren hochgefahren, zwei RGN 1064 muss ich mir noch besorgen... Die Lautsprecher funktionieren ohne Kratzen der Schwingspulen, aber mit Brumm... Erste Idee wäre, die Becherkondensatoren, die beide 8 µF Kapazität haben, durch solche mit 50 µf zu ersetzen... Mal schauen...

      Jetzt aber zur eigentlichen Frage: Wer kennt die Speaker und warum ist in einer Basiskonstruktion von Körting ein augenscheinlich genau passendes Siemens Chassis drin? Und wie nennt sich der Typ genau?

      Und wie könnte ich weitermachen? Ich würde gerne einmal mit Fieldcoils Musik hören... Ich habe an Schallwände gedacht, mit denen ich aber leider überhaupt keine Erfahrungen habe... Mir schwebt ein Zweieiige-System vor, was passt denn da gegebenenfalls "nach oben" hin? Ich hab noch zwei alte Decca Kelly DK30 Ribbon-Tweeter liegen, könnte ich die ab 2500 Hz ankoppeln? Oder ist das zu hoch für die beiden Fieldcoil Chassis?

      Ich würde mich sehr über Ratschläge und Ideen freuen, wie ich diese beiden Lautsprecher zum Musizieren bringen könnte...

      Bilder:

      analogemusikwiedergabe.de/inde…13d826dedc5490b769ef6817d

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      Mit herzlichen Grüßen

      Michael
      Moin ,

      erstmal Gratulation zu diesem doch sehr seltenem Fund !

      Sieht m.E. auch wie Körting aus.

      Diesen Siemens Stempel kenne ich von österreichischen Siemens Produkten aus der WK2 Zeit.

      Bzw. Siemens Österreich könnte die Lspr, auch in Körting Lizens gebaut oder lediglich vertrieben haben.

      Siehe auch den 2ten Stempel LPU = Lautsprecherunion , einfach mal googeln.

      Genau könnt ich es Dir sagen wenn ich die Membrane sehe.

      Brumm : Zuerst würde ich mal die orig. Röhre verwenden die 2004 hat wesentlich mehr Leistung als die RGN1064 und 2tens die Kondensatoren selbst mal auf die Werte überprüfen.

      Solche Lautsprecher sind als , Durchsage etc. Chassis ,Beschallung v. kleinen Tanzsäle , Reisekinos und auch Propaganda verwendet worden.

      Ich würde die erstmal anhören wie Sie klingen , danach entscheiden.

      Gruß

      Markus
      Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.
      Hallo Markus,

      vielen Dank für Deine Antwort, das mit "LPU" wußte ich gar nicht, ist schon mal sehr hilfreich... RGN 1064 kann ich bei mir lokal besorgen, die Kondensatoren messe ich, Du hast recht, erst mal hören, wie es gedacht war... Hast Du eine Idee, wie die beiden Glühlämpchen elektrisch dimensioniert sein müssen?

      Und wäre es historischer Frevel, die Stoff-Bespannungen abzunehmen, um Membrane, Sicke etc. bezúrteilen zu können? Wie gesagt, ich würde mit den Dingern gerne Musik hören, auch weil ich so viel über die mythenumrankten "Fieldcoils" gelesen habe, das mit meinen Fieldcoil bestückten Mittelwellenradios aber noch nicht so richtig nachvollziehen kann...

      Herzlich

      Michael
      Tach ,

      ne die techn.Daten der Glühbirnchen weiß ich nicht , vielleicht gibts ja im Radiomuseum Org einen Schaltplan.Bzw. jemand der weiterhelfen kann.

      radiomuseum.org/r/korting_maximus.html

      Dienten die nicht als eine Art Sicherung ?

      Gerade gelesen , das in Österreich die Körtings unter dem Namen Henry verkauft/vertrieben wurden.Am Ende ein LPU Rätzel....


      Stoff , ich würde auf jeden Fall den Stoff mal vorsichtig abnehmen ( evtl.waschen) , um auch den Luftspalt etc. mit Druckluft zu reinigen , da ist oft viel " Schmodder" drin. Danach wieder aufziehen .

      Klang , nunja mit sonem MW Radio hat sowas nichts zu tun , man bedenke alleine die Bandbreite ca. 120-6500Hz mit der die MW Geräte spiel(t)en.

      Ausprobieren!

      Gruß

      Markus
      Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.
      Lieber Markus,

      vielen herzlichen Dank für die Infos, passende Gleichrichterröhren sind im Anmarsch, ich bin gespannt, wie die Lautsprecher klingen...

      Bleibt die Frage, wie man die nach oben ergänzen kann und in was für eine Art von Gehäuse oder Schallwa ich die idealerweise einbaue...

      Und wie relevant es ist, dass die Membranen und die Sicken nicht mehr im perfekten Neuzustand sind?

      Mit herzlichen Grüßen

      Michael
      Abend,

      FLHX schrieb:

      Bleibt die Frage, wie man die nach oben ergänzen kann
      Bis jetzt steht ja noch garnicht fest ob man ergänzen muß....

      Wenn , dann Schallwand verwenden

      FLHX schrieb:

      Und wie relevant es ist, dass die Membranen und die Sicken nicht mehr im perfekten Neuzustand sind
      null !

      Ein hier Mitlesender macht gerade seine Erfahrung mit 25 + 30cm Telefunken Fieldcoil chassis - zum positiven :thumbup:

      Gruß

      Markus
      Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.
      Moin,

      FLHX schrieb:

      einem Siemens Triodenverstärker aus den 1930ern
      gibts dazu auch Fotos ??


      Bzw. allgemein Hinweiße wie,wo,wann die komplette Anlage verbaut war.

      Da die Maximus Fc. oben keinen Transportgriff haben , gehe ich von einer stationären Einbausituation aus.Wie ,Hör-Tanzsaal, Kino etc.

      Aber am Ende wurscht 8) .
      Geht ja um die Zukunft der Körtings

      Nacht

      Markus
      Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.

      garrard401 schrieb:

      Alleine die Röhrenbestückung ist vom allerfeinsten.
      Ja Mike da tropft das Auge , ein Segen und Fluch zugleich , das erschwert die Suche nach eine identischen 2ten Endstufe.

      Aber wer die erste nicht hat kann die 2te nicht finden... :thumbsup:


      Oder Michael hat die 2te noch nicht ausgepackt :rolleyes:

      Von Körting scheint der amp nicht zu sein , habe zumindest nichts passendes im Radiomuseum Org gefunden.
      (unter dem Begriff Kraftverstärker gesucht)

      Gruß

      Markus
      Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.
      Ja, der Verstärker ist ein Siemens, leider gibt es keinen zweiten, aber ich mache mich auf die (sicher schwierige) Suche... Ich werde den Amp demnächst mal durchmessen und dann versuchen, ihn vorsichtig in Betrieb zu nehmen... Bezüglich der Schallwände für die Körting Lautsprecher tappe ich noch im Dunkeln, Holzarbeiten sind nicht meine Stärke...
      So, das war eine lange Pause… Viel Arbeit im Garten über Sommer, über Weihnachten habe ich aber jetzt endlich die beiden Körting Fieldcoils in Betrieb genommen...

      Ich habe vorsichtig die Elektrolytkondensatoren formiert, passende Glühbirnchen E10 als Sicherungen reingeschraubt und siehe da, die Lautsprecher funktionieren...

      Aber noch mit ein Probleme, Verzerrungen im Bassbereich, der Luftspalt scheint noch nicht ganz sauber zu sein, aber für den Anfang klingen sie ganz ordentlich...

      Jetzt müsste ich einen Bau eine Schallwand gehen, habe aber noch keine so rechte Idee…

      Und vorher noch ein technisches Problem: bei einem Lautsprecher hat sich die Verklebung der Membran außen am Korb über weite Strecken gelöst, welchen Kleber soll ich verwenden, um die Pappmembran mit dem Metallkorb zu verkleben? Wäre über jeden guten Rat froh…

      Mit herzlichen Grüßen
      Michael










      zu se
      Moin ,

      für Verklebung am Rand habe ich immer Patex Transparent verwendet .
      Wichtig ist eine längere Verarbeitungszeit , um den Membran justieren zu können.

      Falls möglich , den kompletten Membran ausbauen ( Achtung auch Spider lösen) . Rand säubern ( Rost etc. entfernen) , und ganz wichtig Kleber mit feinem Borstenpinsel beidseitig ( Korb& Membran) auftragen .
      Nach ca. 5 min "Anhaftungszeit" Korb auf ein Brett/Tisch legen und mit einer Schraubzwinge incl.Holzklotz fixieren.
      Feddich!
      Übrigens , mit Standart Sickenkleber die es so gibt habe ich keine guten Erfahrungen im Bereich Restauration von alten Chassis.Liegt wohl auch daran das diese auch für Schaumstoffsicken geeignet sind.

      Luftspaltsäuberung habe ich auch mal hier beschrieben , funktioniert hervorragend mit post-it Streifen.
      Gruß
      Markus
      Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.
      Moin 2019.....

      selber habe ich mit den großen Körtings nie gearbeitet ( seufz ) , kann hier keine Angaben aus Erfahrung machen.

      Würde wohl mit einer Größe von 80-85 x 125 cm beginnen. Material 19-22mm Kistensperrholz .

      Lspr. auf Sitzplatz-Ohrhöhe ca. 80-85 cm / außermittig nach dem goldenen Schnitt.Seitenteile etc. nach Hörfreude....

      Grundsätzlich würde ich noch auf die vorhandene , starre Gleichrichtung verzichten , zu Gunsten einer regelbaren.

      Gruß

      Markus

      Wo sind eigentlich die Bilder von den Körtings?
      Das beste für ein Denkmal ist , das man es nutzt.
      Oh Schreck, ich weiß nicht was mit den Bildern passiert ist...

      Ich habe die Netzteile an einem Regeltrenntrafo hängen, da sollen sie dran bleiben, ich kann da gut bei halbwegs passender Heizspannung der RGN zwischen 180 und 220 Volt Gleichspannung variieren...

      Ich mach neue Bilder, heute versuche ich erstmal, den Luftspalt des einen zu reinigen und den Spider zu justieren, am Wochenende will ich den anderen kleben...

      Auch Dir gute Wünsche zum neuen Jahr

      Herzlich

      Michael