Ayre K-5xe MP, oder erwecken aus dem Schneewittchenschlaf

      Ayre K-5xe MP, oder erwecken aus dem Schneewittchenschlaf

      Hallo Zusammen,

      einen vergifteten Apfel hat die Vorstufe natürlich nicht gegessen, aber das Bild mit dem Schneewittchen passt in vielerlei Hinsicht schon.

      Zu der Ayre K-5xe MP (was die kryptische Bezeichnung bedeutet, verlinke ich später) kam ich, weil ich nach einer „echten“, voll symmetrischer Vorstufe suchte, die ich mit einem ebenso voll symmetrischen Endverstärker kombinieren wollte.

      Nach diversen Stunden in den Untiefen des Internets, fand ich besagte Vorstufe in einem Bericht der Stereophile -> stereophile.com/content/ayre-k-5xesupmpsup-line-preamplifier
      Das Portal habe ich schon des häufigeren besucht um über Komponenten und Lautsprecher zu recherchieren.

      Erfreulicherweise werden dort nicht nur Hörberichte verfasst, sondern die Komponenten auch in einem Messparcours dokumentiert. Das gibt dem geübten und geneigten Betrachter wenigsten einen Überblick über die tieferen technischen Daten. Natürlich ist jeder Messplatz individuell zu betrachten und zu bewerten. Eine Übersicht gibt es auf jeden Fall.

      Der verlinkte Bericht, zusammen mit den anderen Veröffentlichungen über den Preamp, haben mein Interesse in mehrerlei Hinsicht geweckt. Die Vorstufe hat symmetrische und unsymmetrische Ein- und Ausgänge, das elektrische Konzept ist höchst interessant und die Lautstärkeregelung hat ebenfalls Hand und Fuß. Zusätzlich ist die Vorstufe voll fernbedienbar.
      Das Gute daran ist, dass alles selbstgemacht und erdacht wurde. Technisch nichts Neues, aber ein intelligent kombiniertes Konzept, das bis zum Schluss konsequent durchgezogen wurde.
      Viele der technischen Details sind sehr gut in dem Artikel bei Stereophile erläutert.

      Soviel zum ersten Teil.
      Viele Grüße,
      Alex
      Teil zwei.

      Warum schreibe ich das eigentlich? Ja, eigentlich habe ich eine DIY-Vorstufe auf Basis der B1 von Nelson Pass. Diese ist mit exquisiten Bauteilen aufgebaut - Dale Widerstände mit 0,1% Toleranz, auf unter 1% selektierte Koppelkondensatoren, Elma-Lautstärkesteller mit Festwiderständen als Shunt beschaltet. Die Transistoren ebenfalls selektiert. Das ganze misst sich wie ein Strich und die Kanalgleichheit ist auf vier Nachkommastellen identisch. So klingt es auch, nämlich gar nicht. Unglaublich transparent ohne harsch zu werden. Tolle Räumlichkeit!

      Halt mal! Darum geht’s eigentlich gar nicht. Eigentlich! Denn das ist ein Pre, der süchtig macht.
      Durch einen Impuls eines “alten HiFi Weggefährten”, dem ich seinerzeit meine Ayre lieh, kam ich darauf, dass dieser Schatz seit geraumer Zeit den Dornröschenschlaf schläft. Das zum Anlass genommen und das Teil nach fast drei Jahren wieder ausgepackt und aufgestellt.
      Nach den ersten Takten Musik habe ich dann nicht schlecht gestaunt. Am auffälligsten war, dass die schon realistische, dreidimensionale Bühne noch mehr Authentizität erfuhr. Das ist eine Eigenschaft auf die ich großen Wert lege.
      Auch sind die akustischen Ereignisse schärfer gezeichnet.
      Trotz der gesteigerten Details bleibt das musikalische Erlebnis intakt, gewinnt sogar noch an Integrität. Das sind keine Welten, denn die B1 besticht in dieser Hinsicht bereits sehr. Aber es ist wahrzunehmen, bilde ich mir zumindest ein.

      Nein, tue ich nicht, denn ich habe heute die beiden parallel verglichen. Ein Kanal über die eine Vorstufe, der andere Kanal über den anderen. Und nachdem das Ganze penibel abgeglichen war, habe ich die Kanäle auch mal getauscht. Der Unterschied ist tatsächlich größer als ich dachte. Passiert nicht oft - eigentlich eher das Gegenteil. Vermeintliche Klangunterschiede verkommen zum Nichts, einmal A-B verglichen.

      Der Spieltrieb ist befriedigt, die Ayre bleibt in der Kette. Zumal sie mit dem Komfort der Fernbedienbarkeit aufwartet. Nicht dass es unbedingt nötig wäre. Seit dem Umzug sitze ich wesentlich näher an der Elektronik. Aber die Bequemlichkeit siegt doch. Sagt man dem Menschen ohnehin nach. Eine kleine Bestätigung der Evolution.

      Bilder, die wollte ich auch noch einstellen. Kommt. Versprochen!

      Jetzt kann ich an den Test des gestern eingetroffenen 845-Single-ended-Verstärker von MFE ran. Mal sehen wie er sich hier in der Kette schlägt. Wird nicht leicht gegen die XTZ Edge A2-300. Die ist nämlich ein außergewöhnlich guter Spielpartner für die Live-Act 115! Ich freue mich schon.
      Viele Grüße,
      Alex
      Hallo Alex,
      ja manchmal hat man irgendwo was was man wieder in Betrieb nehmen kann und was doch nicht so schlecht ist.
      Habe nun an meiner Digitalen Schiene den NAD1050 Wandler über den USB Eingang in Betrieb genommen - den wollte ich eigentlich schon wieder verkloppen - aber über USB klingt der richtig gut.
      Dabei habe ich noch nicht mal höhere Auflösungen als 24Bit/96kHz probiert, weil ich keine solchen Formate vorliegen habe.
      Das Gerät sieht aber gut aus - gefällt mir von der Optik her wirklich gut.
      Liebe Grüsse Peter
      Der Mensch an sich selbst, insofern er sich seiner gesunden Sinne bedient, ist der größte und genaueste physikalische Apparat, den es geben kann; und das ist eben das größte Unheil der neuern Physik, daß man die Experimente gleichsam vom Menschen abgesondert hat und bloß in dem, was künstliche Instrumente zeigen, die Natur erkenne, ja, was sie leisten kann, dadurch beschränken und beweisen will.
      Aus Makariens Archiv (J.W. von Goethe 1833)