Einflüsse auf unser Hören

      Sorry, Peter, manchmal vergesse ich, daß auch Leute gibt, die keine Musiker sind ;( Auch wenns jetzt etwas den spontanen Witz nimmt, hier eine kleine Erklärung.
      Du sprachst davon, daß Du gerne Chips u.ä. beim Hören hast. Das Zeug knuspert aber doch so gewaltig, daß man an leisen Stellen nur noch das eigene Kauen hören kann.
      Was 4'33" ist, weiß Du ja jetzt und kannst Dir denken auf welches Hörerlebnis ich hinaus wollte ;) :P

      Womit wir übrigens bei etwas anderem sind: Das Hören verändert sich ebenfalls extrem stark, je nachdem, ob man den Kiefer verkrampft oder locker lässt. Musiker haben öfters damit zu kämpfen und sich das "Malmen" wieder abzugewöhnen, fällt manchem nicht ganz leicht, obwohl "Malmen" die beste Möglichkeit ist, sich Gebiß und Hörvermögen (letzteres immerhin nicht auf Dauer!) zu ruinieren.
      Also: locker bleiben 8)
      Viele Grüße,
      Moritz

      Danke sogar für Provinzler zu verstehen

      Hallo Rainer,
      ganz vielen Dank nun bin ich nicht mehr ganz ahnungslos und habe mir die 4'33' zu Gemüte geführt.
      Sehr aufschlussreich - insbesondere die aussergewöhnliche Interpretation des Werkes hat mich sehr beeindruckt ;) ...
      Ein sehr entspannendes Werk, das eine exemplarische Ruhe ausstrahlt...
      Wäre ein ideales Teststück für Anlagen - ob es wohl eine Aufnahme auf CD gibt ;)
      Amüsierte Grüsse Peter
      "Menschen sind wie Schallplatten: nur gut aufgelegt kommen sie über die Runden." Ursula Herking

      Das Hören verändert sich stark

      Hallo Moritz,
      das habe ich nicht so genau gewusst.... Ist ja interessant. Aber die Gehörgänge / Innenohr ist ja unmittelbar über den Kiefermuskeln und somit kann ich mir durchaus vorstellen, dass solche "Muskelanspannungen" dort einen Einfluss auf das Hören haben können.
      Bei mir hat allerdings die "psychische oder gefühlsmässige" Befindlichkeit den grössten Einfluss auf das Hören. Wenn ich schlecht gelaunt bin macht das Hören von Musik keinen Spass.....
      Da ist mir das "live" hören eben ein ganz anderes Erlebnis als das ab Konserve. Wenn ich in ein Konzert oder in eine Live Darbietung gehe ist das für mich ein aussergewöhnlicher Anlass. Will heissen ich bin an einem anderen Ort, ich habe mich vorbereitet (Körperreinigung, schöne Kleider, Reise zum Veranstaltungsort, wenn's ganz gut kommt habe ich vorher noch was über das dargebotene Werk gelesen...) Das schafft in mir schon eine ganz andere (Erwartungs-) und Haltung, die das bewusste, sorgfältige Hören von etwas begünstigt. Das Aspekte des Ortes auch noch eine Rolle spielen (Zirkusmusik mit Sägemehlduft, Oper- oder Klassik im Opernhaus mit Polstersesselduft usw.) ist da ein nicht unwesentlicher Teil meines Eindruckes den ich beim Hören aufnehme.
      Diese äusseren Umstände um es mal so zu sagen machen sehr viel aus wie ich eine Musik höre.....
      Genauso kann ich manchmal zu Hause wunderbare Momente erleben, wenn ich mir wirklich Zeit nehme und mal richtig hinsitze und Musik höre. Viel besser und "schöner" als einfach mal so zwischen "Tür und Angel" so ein bisschen hin zu hören.
      Liebe Grüsse Peter
      "Menschen sind wie Schallplatten: nur gut aufgelegt kommen sie über die Runden." Ursula Herking
      Ganz klar, Peter, die aktuelle Befindlichkeit hat größten Einfluß auf das was ich höre.
      Und die Vorbereitungen auf ein Konzert, wie Du sie beschreibst, dienen ganz klar auch dazu, sich "in Stimmung" zu bringen. Das Gehör schärft sich dadurch quasi automatisch.
      Es ist ja so schade, daß meistens Musik immer nur nebenbei gehört wird und dadurch auch Urteile gefällt werden. Ich erlebe das eben wieder bei einem guten Bekannten. Er kennt wirklich viel Musik, leider hört er grundsätzlich nur Naxosaufnahmen und fast ausschließlich beim Kochen. Frische Impulse habe ich ihm bisher nicht vermitteln können und mir ist natürlich auch klar warum: Neues (im Sinne von unbekanntem) kann man eben nicht nebenher konsumieren...
      Viele Grüße,
      Moritz